22/05/2026
In den letzten Monaten entstand im schönen Thalheim bei Wels wohl eine der einzigartigsten privaten Sammlungen von Modellflugzeugen und anderen originalen Devotionalien mit Schwerpunkt Luftfahrt in Österreich.
"Seit meinem 7. Lebensjahr bin ich bereits leidenschaftlicher Sammler von Modellflugzeugen", erklärt Michael David, der damals von seinen Eltern durch regelmäßige Besuche von deutschen Flughäfen und Fachgeschäften, die damals Flugzeugmodelle führten, maßgeblich unterstützt wurde. "Denen bin ich nach wie vor sehr dankbar, dass sie es mir ermöglicht haben, während unserer Urlaubsreisen auch so viele Flughäfen kennenzulernen", schwelgt er in lieber Erinnerung an seine mittlerweile verstorbenen Eltern. „So durfte ich viele Flughäfen zwischen dem Nordkap und Kreta, zwischen den Kanaren und Osteuropa kennenlernen. Dabei kam auch das ein oder andere Flugzeugmodell mit nach Hause."
Nach einer langjährigen Pause und eher einem glücklichen Umstand geschuldet startete allerdings die Sammlerleidenschaft von Michael David wieder völlig neu durch: „Durch die Anfangsbuchstaben meines Namens und das Geburtsjahr 1982 bin ich im Speziellen der MD-82 persönlich sehr nah verbunden. Als ich die Möglichkeit bekommen habe, ein Modell der MD-82 im Maßstab 1:100 zu erhalten, konnte ich nicht nein sagen!". Dieses Modell war auch die Initialzündung, um noch tiefer als je zuvor in die Sammlerszene einzutauchen. "Schon bald war mir klar, Sammeln alleine ist das eine, den besonderen Reiz macht dann es doch dann aus, wenn man sich auf eine bestimmte Richtung konzentriert", so David, der trotz seiner durch einen Geburtsfehler vorliegenden Körperbehinderung, auch leidenschaftlicher Planespotter am Linz Airport - Flughafen Linz GesmbH ist. Diese Konzentration auf eine bestimmte Richtung war bald klar: die österreichische Luftfahrt.
Durch das tiefere Eintauchen in die Sammlerszene gelang es David, entsprechende Kontakte zu knüpfen und die ersten besonderen, gar einzigartigen Flugzeugmodelle aus Österreich zu erwerben. "Als mir eine McDonnell Douglas MD-11 in den Farben der Austrian mit dem Vermerk "customer model" angeboten wurde, wusste ich: Wow, die muss ich haben", erzählt David mit strahlenden Augen. Kurze Zeit später folgten weitere Modellraritäten, so eine Swearingen Metro, eine Douglas DC-9-32 oder ein Modell für eine dem Bundesheer angebotene Northrop F-5 über einen Dachbodenfund in Niederösterreich. Ursprünglich hatte David ganz andere Pläne für seine Sammlung, wie er nachdenklich erzählt: „Eigentlich wollte ich sie dem Flughafenverein in Linz als Schaumodelle zur Verfügung stellen, da solche Modelle sehr gerne Leute anziehen und zur Mitgliedergewinnung des unter einem Altersproblem leidenden Vereins dienlich sein sollten." Es sollte anders kommen, die Wege trennten sich, doch David setzte seinen bereits eingeschlagenen Sammlerweg fort.
"Dies half mir auch über eine sehr schwere mentale Zeit, einerseits durch das Ende beim Verein, andererseits maßgeblich durch einschneidend schwere Probleme im privaten bzw. ehemaligen beruflichen Umfeld, hinweg", gibt Michael David unumwunden und mit feuchten Augen zu. „Gerade zu der Zeit, als ich meine damaligen "Flughafenfreunde" persönlich wirklich gebraucht hätte, haben gerade sie mich im Stich gelassen. Und das, obwohl mich der frühere Obmann laut eigener Aussage gerne bzw. sogar lieber als Nachfolger gesehen hätte. Ich stand allerdings anderen dafür im Weg, wohl auch, weil ich eine Behinderung habe. Spätere reumütige Versprechen, sich bei mir zu melden, wurden bis heute nicht eingehalten. Aber so ist das Leben wohl halt. Dies ist wohl der Dank für tausende Freizeitstunden und auch finanzielle Aufwendungen, die man für den Verein über 20 Jahre aufbrachte.“
Andererseits unterhält David nach wie vor gute Beziehungen zu den anderen Flughafenvereinen, dies öffnete allerdings auch neue Türen, wie David in vielen Gesprächen mit anderen Sammlern bald merkte: "Ich wurde etwa in Wien von einem Sammler in seinen wunderbaren Schauraum eingeladen, mit dem ich etwa eigentlich über den Sammlertag in Wien ins Gespräch kam!". Es blieb nicht bei diesem einzigen Modell, welches durchaus auch am Sammlertag vorbei den Besitzer wechselte. Aus der Reihe der eigentlichen Einschränkung auf österreichische Luftfahrzeuge fiel dabei etwa ein 1:70-Modell einer Boeing 737-300 der ehemaligen amerikanischen Western Pacific in den Farben der legendären Zeichentrickserie „The Simpsons“. "Dies aber bewusst, weil ich selbst Fan dieser Serie seit Jugendtagen bin und vor allem bei Jüngeren dieses Modell ein echter Hingucker ist", gibt Michael David zu.
Nach und nach kamen, neben einer guten Verbindung zum Gunskirchner Modellbauspezialisten WINGSMO.com, neue Kontakte hinzu, welche letztlich mit weiteren Modellen die Sammlung mittlerweile bereicherten. So etwa ein originales "Customer Model" einer Bombardier Global Express der Familie Langes-Swarovski, das einzige Großmodell eines Lauda-Air-Airbus A320 aus edlem Mahagoni, ein Modell eines A330-200, welches die Leasinggesellschaft ILFC an Austrian Airlines übergeben hat, ein von Niki Lauda signiertes Großmodell einer Embraer 190 im Zuge einer Flugzeugtaufe oder das ehemalige Modell einer Boeing 767 aus dem Büro von Niki Lauda höchstpersönlich. Vieles war wirklich eher von Zufällen geprägt, so David: „Mir wurden Testdrucke aus einem größeren 3D-Drucker eines oberösterreichischen Paradeunternehmens für ein 6er-Tragerl Bier angeboten. So entstanden etwa die fiktive Boeing 747SP der Montana Austria oder ein 1:50-Modell der C-130 Hercules des Bundesheeres.“ Unterstützt wurde der Verwaltungsbedienstete und Reiseberater dabei von seinen wundervollen Töchtern.
Durchaus stolz ist David, dass er auch international Kontakte knüpfen konnte. Über die gelang es ihm relativ früh, ein Modell einer Embraer C-390 Millenium des Bundesheeres zu beziehen oder Modelle im Großmaßstab 1:50 für eine McDonnell Douglas MD-81, eine Douglas DC-9-51 aus dem Jahre 1975 oder aus Beständen eines ehemaligen Reisebüros in Berlin ein Modell eines Aero Lloyd Airbus A321 mit Taufnamen "Stadt Linz" zu ergattern. All diese Unikatmodelle schmücken nun einen eigenen Raum zusammen mit vielen Möbelstücken aus originalen Luftfahrtteilen, darunter von einer Lockheed L-188 Electra, einer McDonnell Douglas MD-82, einer Fokker 100, einem Airbus A330-200 oder einer Aerospatiale ATR 72, des Privathauses in Thalheim. "So lange sich diese auf meinen Büro- und Schauraum beschränken, hat meine Partnerin nichts einzuwenden", so Michael David, der allerdings zugibt: „Ich habe zwar noch etwas Platz, aber ich mache mir durchaus bereits Gedanken, diese Sammlung dann doch einmal Interessierten zugänglich zu machen. Schließlich steckt hier auch viel österreichische Luftfahrtgeschichte drinnen. Mehr möchte ich aber dazu noch verraten.“ Ein weiteres Projekt wird allerdings schon in der näheren Zukunft umgesetzt: Aus einer Verkleidung eines Pratt & Whitney R-8200-Triebwerks, wie sie bei der Douglas DC-6 von The Flying Bulls eingesetzt wird, soll eine Aviation Bar entstehen, dekoriert von Tischen aus ausrangierten Flugzeugreifen.
Als bisherige Krönung seiner einzigartigen Sammlung sieht David ein besonderes Schmuckstück: ein 1,28 m langes Modell im Maßstab 1:50 einer Boeing 777-200 von Lauda Air. Weltweit wohl einzigartig – dafür in der privaten Sammlung in der Marktgemeindeamt Thalheim
Für Interessierte öffnet Michael David diese private Sammlung auf Anfrage schon jetzt: "Natürlich freue ich mich, diese anderen zugänglich machen zu können, wenn schon der Flughafenverein sich diese einzigartige Chance entgehen lassen hat. Wenn es passt, gibt es neben den Schauobjekten auch noch Kaffee und guten Kuchen meiner tollen Partnerin, da plaudert es sich doch gleich leichter!".
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