08/03/2020
DAS MEINT DER SKIPPER!
DER CORONAVIRUS UND DIE INTERNATIONALE SEEFAHRT
Liebe Freunde und Gäste
Als ich vor 2 Jahren beschlossen habe, nur noch Hochseeschein Kurse in Kleinstgruppen und Hochseetörns in Kleingruppen, sowie Segel- und Motorbootkurse im Privatmodus anzubieten, tat ich dies aus rein didaktischen Gründen. Ich wollte, dass unsere Gäste Erfolg an anspruchsvollen theoretischen Prüfungen haben, auch wenn sie schon lange nicht mehr die Schulbank gedrückt haben oder einfach ein bisschen mehr Zeit brauchen, um sicher und angstfrei Prüfungen zu bestehen.
Es geht uns um das nautische Können, um das praktische Beherrschen der Jachten und um das Wissen über die Gewalten der Natur.
Ich hätte nie gedacht, dass dieser Entscheid zu "weniger ist mehr" auch aus gesundheitlichen Gründen relevant wird!
Sie merken es, ich spreche über den Coronavirus und die Ängste, die er auslöst.
ES GEHT UM SOLIDARITÄT MIT DEN RISIKOGRUPPEN, NICHT UM GESUNDE SEEFAHRER
Auch uns hat die Pandemie Angst hart getroffen und wir verstehen diese. Ich selbst bin herzkrank und gehöre zur Risikogruppe. Nach den Schocknachrichten musste ich auch zuerst einmal tief durchatmen und mein inneres Gleichgewicht zurückerlangen. Dann begriff ich. Wir müssen uns auf bis zu zwei Jahre "besondere Lage der Nation" einrichten. Nur Risikogruppen fürchten sich begründet. Deren Angehörige fürchten sich um sie und nicht um sich selbst!
Ich erwarte von verantwortungsbewussten Skippern und Seefahrern schon immer die besonnene Souveränität und uneingeschränkte Solidarität in Zeiten der Gefahren, seien es anspruchsvolle Wetterlagen, ansteckende Krankheiten in fernen Ländern, oder seien es Ängste von Crewmitgliedern an Bord.
WIR SCHÜTZEN UNS STRIKT, AUS RESPEKT VOR DENEN, DIE ES HÄRTER TRIFFT ALS UNS
Wir nehmen eine mögliche Corona-Virus Pandemie sehr ernst! Darum haben wir auch sofort reagiert und Schutzmassnahmen beschlossen! Diese setzen wir konsequent um!
- Anordnung von regelmässigen Gesundheitschecks in kurzen Abständen unserer Kursleiter und Instruktoren.
- Skipper lassen sich eine Woche vor Törnbeginn gründlich medizinisch checken.
- Gäste werden aufgefordert, nur gesund unsere Angebote zu nutzen und sämtliche Hygiene Anweisungen einzuhalten.
- Hochseescheinkurse, Segel- und Motorbootkurse, sowie Hochseetörns nur noch privat oder in Kleingruppen von bis maximal 6 Personen durchgeführt.
- Unsere Skipper und Instruktoren werden angewiesen, Pinnen, Steuerräder und sämtliche Instrumente an Bord gründlich zu reinigen, regelmässig und besonders exakt nach Crewwechseln, Landgängen oder Kontakt mit anderen Crews in den Marinas.
- Ein neuer Hochseeschein Online Kurs mit Skype Unterstützung wurde für diese besondere Lage entwickelt.
- Backofficezeiten werden verlängert und eine HOTline für Notfälle wird rund um die Uhr bedient.
- Wöchentlich werden Newsletter versendet mit allen wichtigen Informationen zur "besonderen Lage der Seefahrt" und unseren Reaktionen auf diese.
SEEFAHRER SIND ÜBERDURCHSCHNITTLICH GESUND UND GEHÖREN NICHT ZU DEN BEKANNTEN RISIKOGRUPPEN.
Seefahrer können sich zwar auch anstecken, sind jedoch überdurchschnittlich gesund und fit. Sie gehören nicht zur hochgefährdeten Risikogruppe.
Seefahrer sind auch klug und geraten nicht so schnell in Panik. Das können sie sich nicht leisten auf hoher See, sollte es mal anspruchsvoll werden.
UNUS PRO OMNIBUS, OMNNES PRO UNO
Alle für einen und einer für alle!
Dieses Motto von Alexandre Dumas (1844 veröffentlicht) galt für die berühmten Musketiere. Im 19. Jahrhundert wurde er auch der inoffizielle Leitspruch der Eidgenossenschaft, nachdem Herbststürme 1868 in den zentralen Schweizer Alpen, insbesondere im Kanton Tessin, zu grossen Überschwemmungen geführt hatten.
AB HEUTE IST ES DAS LEITBILD DER SCHWEIZERISCHEN SEEFAHRTSCHULE, HOZ HOCHSEEZENTRUM UND DER NAUTISCHEN AKDEMIE
Freunde, Member und Seefahrer! Wir lassen uns das Leben nicht vermiesen. Das tun wir dann nicht, wenn wir unseren Wassersport geniessen und besonders klug, vorsichtig und solidarisch verhalten.
Ganz persönlich: Ich vertraue darauf und stärke mich im Gebet, das anzunehmen, was mir das Leben zumutet und hoffe darauf, das wir liebevoll in der Krise uns gegenseitig zur Seite stehen. Halt wie Seefahrer, nicht wie verängstigte Küken.
Bleiben sie ruhig und besonnen, bitte auch ein bisschen mutig.
Mast und Schotbruch
Christophh Winterhalter und Crew