05/06/2026
Aus gegebenem Anlass und da ich den Post gerade nicht wiederfinden kann auf den ich mich beziehe!
⚠️ Jakobskreuzkraut: Abschneiden reicht nicht!
Heute sah ich in einem Video den Rat, Jakobskreuzkraut (JKK) einfach abzuschneiden und mit Pulvern den Wurzelrest „abzutöten“. Leider wird dabei oft ein entscheidender Punkt übersehen:
Das Problem sitzt nicht nur oberirdisch, sondern auch im Boden.
Jakobskreuzkraut enthält Pyrrolizidinalkaloide (PA), lebertoxische Pflanzenstoffe, die insbesondere für Pferde problematisch sein können. Viele Pferdehalter konzentrieren sich verständlicherweise auf die sichtbare Pflanze. Die wissenschaftliche Literatur zeigt jedoch, dass Pyrrolizidinalkaloide über den Boden auch auf benachbarte Pflanzen übertragen werden können.
Das bedeutet: Das Risiko beschränkt sich nicht zwangsläufig nur auf die einzelne JKK-Pflanze.
Genau deshalb sehe ich das bloße Abschneiden kritisch. Die Pflanze verschwindet optisch, die Ursache bleibt jedoch bestehen. Auch das Ausbringen von Pulvern oder anderen Mitteln, die lediglich zum Absterben der oberirdischen Pflanzenteile führen sollen, löst das Grundproblem nicht zuverlässig.
Aus meiner Sicht führt an einer konsequenten mechanischen Bekämpfung kein Weg vorbei:
✅ Pflanzen möglichst früh erkennen
✅ Vor der Blüte und Samenbildung handeln
✅ Die gesamte Pflanze inklusive Wurzel ausstechen
✅ Pflanzenmaterial vollständig entfernen und entsorgen
✅ Die Flächen regelmäßig kontrollieren
❌ Nicht einfach abschneiden
❌ Nicht bis zur Samenreife warten
❌ Nicht darauf vertrauen, dass eine einmalige Maßnahme das Problem dauerhaft löst
Die Bekämpfung von Jakobskreuzkraut ist leider kein Wochenendprojekt. Wer betroffene Flächen hat, muss meist über Jahre aufmerksam bleiben und regelmäßig nacharbeiten. Jede Pflanze, die vor der Blüte entfernt wird, verhindert jedoch Tausende neuer Samen und reduziert den zukünftigen Befallsdruck erheblich.
Gerade auf Pferdeweiden lohnt sich diese Mühe. Pferde gehören zu den empfindlichsten Tierarten gegenüber Pyrrolizidinalkaloiden. Leberprobleme entwickeln sich dabei oft schleichend und werden nicht immer sofort erkannt.
Quelle:
Gesundheitsdepartement Basel-Stadt: „Pyrrolizidinalkaloide in Lebensmitteln“ (2018)
https://media.bs.ch/original_file/273f732c80754254bfb3609b3c7217ff0ee112c5/pyrrolizidinalkaloide-2018.pdf
Zusätzliche Forschung zur Übertragung von Pyrrolizidinalkaloiden auf Nachbarpflanzen über den Boden.