10/08/2026
Heulersaison 2026 praktisch beendet – Büsumer Seehundjäger bergen 36 Heuler
Die Heulersaison verlief im Gegensatz zu den Vorjahren relativ ruhig. Zum Vergleich, im Jahre 2024 wurden in der Seehundstation Friedrichskoog in der Spitze 265 Heuler versorgt. In diesem Jahr waren es 179 Heuler. Die ersten wurden bereits wieder ausgewildert. Das erfolgt, sobald sie gesund sind, selbstständig Fisch fressen und ein Mindestgewicht von etwa 25 Kilogramm erreicht haben.
Auch unsere drei Seehundjäger, Dr. Ilka Hasselmeier, Bernd von Postel und Karl-Heinz Kolle waren in den zurückliegenden Wochen wieder im Einsatz, um Heuler zu bergen und in die Seehundstation nach Friedrichskoog zu bringen. In diesem Jahr waren es 36 Heuler. Am 06.07. und 07.07. wurden hier die beiden ersten geborgen. Zum Vergleich, 2024 waren es fast 70 Heuler, um die sich die drei Büsumer gekümmert haben. Aber nicht alle Heuler erreichen lebend die Küste, d.h. es gab auch wieder sogenannte Totfunde.
Alle drei verfügen bereits über viel Erfahrung in ihrer Tätigkeit als Seehundjäger (Kümmerer). Karl-Heinz Kolle ist schon 27 Jahre lang Seehundjäger, Bernd von Postel begeht in diesem Jahr sein 15-jähriges Jubiläum und Dr. Ilka Hasselmeier ist auch schon seit 2011 dabei. Der Zuständigkeitsbereich erstreckt sich vom Eidersperrwerk bis in Höhe der Hallig Helmsand in der Meldorfer Bucht.
Dr. Ilka Hasselmeier bestätigt die eher ruhige Saison:“ Dieses Jahr hatte ich bisher keine Ausflüge ins Binnenland (2024 => Heuwisch, 2025 => Tielen, hinter Pahlen)!“
Es kommt immer mal wieder vor, dass Heuler falsch „abbiegen“ und sich dabei in Gräben, Flüssen oder Bächen verirren, auch in anderen Regionen, oft auf der Suche nach Fisch.
Dafür berichtete Ilka von einer ungewöhnlichen Rettungsaktion in der Nordsee, als sie bei auflaufendem Wasser einen Heuler an Land brachte und dabei bis zum Bauch im Wasser watete. (Foto). Auch Karl-Heinz Kolle spricht von einer insgesamt ruhig verlaufenen Heulersaison. Sein erster Einsatz begann schon im Mai mit einer Frühgeburt, einem Heuler im Embryonalfell (Lanugo), der nur noch tot geborgen werden konnte. Und nicht nur Heuler werden geborgen. So trug Kalle einen toten Schweinswal über eine Strecke von 2 km aus dem Watt an Land. Sein ungewöhnlichster Einsatz galt aber nicht einem Heuler, sondern einem jungen Rehbock, der vermutlich bei Einstandskämpfen ins Watt gejagt wurde. Die Crew des SRK „Theodor Storm“ konnte ihn an Bord des Arbeitsbootes „Nis Puk“ nehmen und am Liegeplatz des Retters an Karl-Heinz Kolle übergeben. Der brachte den jungen Bock dann in sein „richtiges“ Revier.
Günter Santjer