15/08/2026
WIEDER SOLLEN ES DIE SPEDITEURE RICHTEN.
Corona lässt grüßen.
Damals waren wir die „Helden der Nation“. Wir haben gefahren, geliefert und dafür gesorgt, dass die Regale voll blieben – während andere zu Hause bleiben konnten.
Und was kam danach?
📉 steigende Insolvenzen
👨✈️ zunehmender Fahrermangel
🚛 Fuhrparkreduzierungen
💶 explodierende Kosten
⛽ extreme Dieselpreise
🛣️ steigende Mautkosten
📋 weniger Fördermöglichkeiten für Umwelt und Sicherheit
Und dann kam am 1. Dezember 2023 die nächste massive Belastung für den Güterverkehr:
Die Lkw-Maut wurde um 83% erhöht und gleichzeitig eine CO₂-Komponente eingeführt.
Eine enorme zusätzliche Belastung für eine Branche, die ohnehin mit steigenden Diesel-, Personal- und Betriebskosten kämpft.
Und jetzt kommt das nächste Problem:
Der Rhein führt extrem wenig Wasser. Die Binnenschifffahrt kann viele Transporte nicht mehr wie gewohnt durchführen. Deshalb lockern immer mehr Bundesländer vorübergehend das Sonn- und Feiertagsfahrverbot für Lkw.
Doch wir müssen eine unbequeme Frage stellen:
👉 Woher sollen die zusätzlichen Lkw und vor allem die zusätzlichen Fahrer kommen?
Fahrer fallen nicht vom Himmel.
Auch ein Sonntag hat nur 24 Stunden. Die gesetzlichen Lenk- und Ruhezeiten gelten weiterhin. Ein bestehender Fahrermangel lässt sich nicht durch eine Verordnung wegzaubern.
Und vor allem: Nicht jede Ladung, die normalerweise mit dem Schiff transportiert wird, kann einfach auf den Lkw verlagert werden. Rohstoffe, Massengüter und bestimmte industrielle Transporte haben andere logistische Anforderungen.
Deshalb ist es aus unserer Sicht der falsche Weg, die Verantwortung jetzt erneut überwiegend auf die Straße und auf die Schultern der Spediteure und Berufskraftfahrer zu legen.
Wir erinnern uns noch sehr gut an Corona.
Damals hieß es:
„Ohne euch steht das Land still.“
Heute sagen wir:
Dann sorgt auch dafür, dass wir morgen noch fahren können!
Die Politik muss endlich verstehen: Logistische Resilienz gibt es nicht zum Nulltarif.
Wenn Deutschland im Krisenfall zusätzliche Transportkapazitäten auf der Straße braucht, muss diese Kapazität vorher aufgebaut und erhalten werden.
Dafür brauchen wir:
🔵 Investitionen in Straßen und Brücken
🔵 mehr Lkw-Rast- und Parkplätze
🔵 vernünftige Sanitäranlagen für Fahrer
🔵 verlässliche Förderprogramme für mittelständische Transportunternehmen
🔵 Entlastung bei Diesel- und CO₂-Kosten
🔵 bessere Rahmenbedingungen für den Berufskraftfahrer
🔵 Planungssicherheit für Unternehmen und Investitionen
Deutschland hat in den vergangenen Jahren Milliarden in die Verlagerung von Gütern auf die Schiene investiert. Jetzt muss die Bahn zeigen, welchen Beitrag sie in einer solchen Ausnahmesituation tatsächlich leisten kann. Auch die Wasserstraßen brauchen eine Infrastruktur, die ihre Funktion zuverlässig ermöglicht.
Wir brauchen alle drei Verkehrsträger.
Straße. Schiene. Wasser.
Aber eines darf nicht passieren:
Dass die Straße immer dann als Notfallreserve herhalten soll, wenn andere Verkehrsträger ausfallen – und gleichzeitig ihre eigene Kapazität politisch und wirtschaftlich immer weiter geschwächt wird.
Denn eines wissen wir:
🥬 Die Erdbeeren im Supermarkt kommen nicht mit der Bahn.
🥛 Der Joghurt kommt nicht mit dem Schiff.
🛒 Und die tägliche Versorgung der Bevölkerung braucht eine leistungsfähige Straße.
Wer Versorgungssicherheit will, muss auch die Unternehmen schützen, die sie gewährleisten.
Wir waren die Helden der Nation.
Wir wollen keine Helden sein.
Wir wollen faire Rahmenbedingungen, damit wir unseren Job auch morgen noch machen können.
Denn:
WENN WIR STEHEN, STEHT DEUTSCHLAND.