25/01/2025
ÖPNV in Husum: Orderbus soll auch 2025 zum Dockkoog fahren
Um den Dockkoog ohne Auto erreichbar zu machen, ließ die Stadt Husum im Sommer 2024 an den Wochenenden den Orderbus zur Badestelle fahren. Nun ist klar, wie oft das Angebot genutzt wurde. Das Rathaus macht einen Vorschlag, wie es weitergehen könnte. Einer Bürger-Initiative reicht das nicht.
„Wir haben das Angebot fast jedes Wochenende genutzt“, erzählt Otto Salmen. Gemeinsam mit Irmela Wiemann steht er am Porrenkoog und blickt in Richtung Dockkoog. Beide engagieren sich schon länger für eine ÖPNV-Anbindung für Husums beliebte Badestelle. Vergangenes Jahr erzielten sie einen ersten Erfolg.
An den Wochenenden band die Stadt Husum den Dockkoog als Haltepunkt in das Orderbus-System ein. Das hieß: Von Juli bis September konnten Fahrgäste stündlich für 1,50 Euro ab der Haltestelle ZOB zur Badestelle fahren, mussten die Fahrt dafür allerdings 45 Minuten vorher telefonisch bestellen.
Und wie kam das Angebot an? Inzwischen hat das Rathaus die Testphase ausgewertet. Demnach wurde der Orderbus zum Dockkoog pro Samstag und Sonntag im Durchschnitt viermal in Anspruch genommen. Darin enthalten seien laut Stadt allerdings auch Fahrten, die keinen realen Bedarf darstellten, weil zum Beispiel Ehrenamtler das Angebot ausprobiert hätten, um weiterhin an der Diskussion über eine ÖPNV-Anbindung des Dockkoogs teilnehmen zu können. Zudem habe es Fahrten gegeben, „die nur unternommen wurden, um die Statistik zu beeinflussen“.
Wiemann und Salmen müssen bei dem Vorwurf schmunzeln, denn höchstwahrscheinlich sind sie damit gemeint. „Es gab vielleicht vier oder fünf Wochenenden, an denen wir den Orderbus nicht genutzt haben“, sagt Wiemann. Für die Beiden ist das auch folgerichtig: Den Dockkoog besuchen sie schon seit Jahren mehrmals die Woche und weil es keine ÖPNV-Anbindung gibt, waren sie überhaupt erst auf die Idee gekommen, sich politisch dafür zu engagieren. So sammelten sie im vergangenen Jahr mehr als 5600 Unterschriften für eine Busanbindung der Badestelle.
Im Ergebnis kommt das Rathaus zum Schluss, dass die Annahme bestätigt wurde, „dass es eine Nachfrage nach einer Erreichbarkeit des Dockkoogs mit dem ÖPNV gibt“, diese jedoch „sehr gering“ ausfalle. Daher hätten sich die Angebote „als sachgerecht und finanziell vertretbar bestätigt“.
Die Stadt spricht sich deshalb dafür aus, das Orderbus-Angebot zum Dockkoog auch für die Saison 2025 fortzusetzen. Dafür rechnet die Stadt mit Kosten über rund 7000 Euro im Jahr.
Ebenfalls fortgesetzt werden soll das Velotaxi-Angebot der Radstation Husum. Insgesamt sei dies in der vergangenen Saison 36 Mal genutzt worden. Die Stadt will das Angebot des Diakonischen Werks mit 1000 Euro unterstützen und zudem an „prominenter Stelle hierfür einen auffälligen Haltepunkt“ einrichten. Das Rathaus sieht im Velotaxi ein „touristisches Angebot, das man andernorts nicht findet“. Der Förderung muss die Stadtpolitik noch zustimmen.
Forderung: Ganzjähriger Bus zum Dockkoog
Wiemann und Salmen reicht das jedoch nicht. Sie fordern, dass das Orderbus-Angebot zum Dockkoog ganzjährig und auf siebe Tage in der Woche ausgeweitet werden müsse. Gleiches gelte für die tägliche Betriebszeit, die ihrer Meinung nach so ausgeweitet werden sollte, damit der Dockkoog mit Orderbus stets auch bei Flut erreichbar ist. In der Saison 2024, so Wiemann, hätten die OrderBus-Zeiten nur alle zwei Wochen mit den Badezeiten übereingestimmt. Auch die Werbung für das Angebot müsse deutlich ausgeweitet werden.
Und was tun die ÖPNV-Aktivisten, wenn sich die Stadtpolitik anders entscheidet? „Wir überlegen, ob wir noch einmal Unterschriften sammeln“, kündigt Wiemann an. Das Ziel wären dieses Mal 10.000 Unterstützer.
Nach einem Testbetrieb im Sommer 2024, will die Stadt Husum für die Badesaison dauerhaft eine Haltestelle für den Orderbus am Dockkoog einrichten.