16/10/2018
Eine Reise mit Expeditionscharakter an Bord der Ocean Diamond
Ein Traum ging für mich in Erfüllung als wir am 23. August 2018 an Bord der Ocean Diamond gingen. Grönland sollte unser Ziel sein, ein Land das ich bisher nur aus einigen Dokumentationen kannte. Schon die Anreise war abenteuerlich: Flug nach Reykjavik und Weiterflug nach Kangerlussuaq, dem internationalen Flughafen von Grönland. Kangerlussuaq liegt am Ende eines langgezogenen Fjords relativ geschützt und nahe am Inlandeis. Außer ein paar Baracken gibt es wenig und die ca. 480 Einwohner arbeiten alle für den Flughafen, sofern sie keine Jäger sind.
Dort angekommen ging es in einen Bus aus den 70-er Jahren - der den zum Teil steilen Feldweg zum „Hafen“ nur im 1. Gang schaffte - dann Einweisung ins Tragen der Schwimmwesten und los ging es per Zodiac zum Schiff.
Vom Schiff waren wir sofort angenehm überrascht, ein etwas älteres Baujahr zwar, aber gut in Schuss und durchaus vergleichbar mit einem Kreuzfahrtschiff – wenn auch im Kleinen. Denn für maximal 200 Passagiere gibt es natürlich nicht das Freizeitangebot wie auf großen Schiffen. Auch mit der Kabine waren wir sehr zufrieden.
Grönland – ein Land über das man nicht so viel weiß. Grönland ist die größte Insel der Erde und ein autonomer Bestandteil des Königreichs Dänemark. Grönlands Nordküste ist nur 710 km vom Nordpol entfernt. 80% des Landes besteht aus dem ewigen Inlandeis und nur der Rest, das sind die küstennahen Regionen, sind bewohnbar und je nach Jahreszeit teilweise eisfrei. Es gibt keine Straßen die einen Ort mit dem nächsten verbindet. Alle Städte und Orte liegen isoliert und sind nur per Schiff oder Flugzeug und Hubschrauber erreichbar. Die größte Stadt und gleichzeitig Hauptstadt ist Nuuk mit ca. 17.000 Einwohnern. Daneben gibt es noch eine Handvoll größere “Städte“ mit bis zu 5000 Einwohnern, alles andere sind kleinere Ortschaften.
Ursprünglich waren alle Grönland-Inuit Jäger, Fischer und Sammler und noch heute ist die Jagd und der Fischfang für viele Familien eine wichtige Zusatzversorgung und Bestandteil des traditionellen Lebens. Die Regierung Dänemarks wollte ab Ende der 1950-er Jahre den Inuit Gutes tun, indem sie ihnen einen festen Wohnsitz mit Heizung und fließendem Wasser zur Verfügung stellte. Doch die Freiheit liebenden Grönländer fühlten sich in den Wohnblocks eher entwurzelt. Die Umstellung auf unser westliches Leben ging zu schnell vonstatten so dass soziale Probleme nicht ausblieben. Gerade die Jugend kämpft mit diesen Gegensätzen – einerseits Großeltern die noch in Erdhäusern gewohnt haben, Väter die traditionell als Jäger und Walfänger die Familie ernährten und andererseits das digitale Zeitalter und westliche Lebensart.
Grönland ist ein faszinierendes Land voller Schönheiten. Ich denke, die Bilder sprechen für sich!
Ursula Best