01/08/2026
Teamgeist, Schlamm und der große Triumph – Team SOK Hornet gewinnt die Rallye Breslau 2026
Was am 25. Juni mit dem Verladen von zwei Rallye-Lkw, Ersatzteilen, Werkzeug und jeder Menge Ausrüstung begann, endete am 3. Juli mit Freudentränen und einem sensationellen Sieg. Das Team SOK Hornet, bestehend aus einem Mercedes Actros und einem W50 (WW100), stellte sich bei der Rallye Breslau 2026 einer der härtesten Offroad Veranstaltungen Europas und bewiesen eindrucksvoll, dass Ausdauer, Teamgeist und Improvisation oft wichtiger sind als reine Geschwindigkeit.
Die Rallye Breslau gilt als die älteste Amateur-Offroad-Rallye Europas und zählt zu den anspruchsvollsten Geländeveranstaltungen des Kontinents. Gefahren wird mit Motorrädern, Quads, SSVs, Autos und Trucks. Die Strecke führt über Militärgelände, Waldwege, Sandpisten, tiefe Schlammfelder und anspruchsvolle Navigationsabschnitte. 2026 begann die Veranstaltung auf dem Truppenübungsplatz Drawsko Pomorskie und führte später rund 300 Kilometer weiter nach Żagań. Insgesamt mussten die Teilnehmer rund 823 Wertungskilometer bewältigen. Rund 185 Teilnehmer gingen in den verschiedenen Fahrzeugklassen an den Start und stellten sich den extremen Bedingungen der Rallye. Die Mischung aus Geschwindigkeit, präziser Navigation und schwierigem Gelände macht die Rallye Breslau zu einer der größten Herausforderungen im europäischen Offroad-Sport.
Bereits am 25. Juni herrschte in der Werkstatt reges Treiben. Beide Rallye Lkw wurden verladen, dazu kamen Ersatzteile, Werkzeug, Reifen und das gesamte Camp-Equipment. Alles musste seinen Platz finden, denn bei einer Rallye wie der Breslau muss jedes Teil griffbereit sein.
Am 26. Juni starteten beide Teams morgens um 5:30 Uhr ihre Reise nach Polen. Ziel war Drawsko Pomorskie, wo nach der Ankunft das Fahrerlager aufgebaut und die letzten Vorbereitungen getroffen wurden.
Der 27. Juni begann ganz bewusst mit einem gemeinsamen Frühstück, um sich als Team noch einmal zu stärken. Anschließend ging es für beide Rallye Lkw zur technischen Abnahme. Dort wurde kurzfristig noch ein zweites digitales Roadbook angeschafft. Eine Investition, die sich im weiteren Verlauf der Rallye als äußerst sinnvoll erwies.
Am 28. Juni fiel am Nachmittag mit dem Prolog der Startschuss für die Rallye. Doch bereits auf der ersten Wertungsprüfung musste das Team WW100 einen Rückschlag hinnehmen: Das Getriebe versagte. Statt aufzugeben, wurde direkt im Fahrerlager geschraubt. Mit vereinten Kräften konnte der Schaden noch am selben Abend behoben werden und das Fahrzeug war rechtzeitig für den nächsten Renntag wieder einsatzbereit.
Am 29. Juni begann mit LEG 1 der eigentliche Rallye-Alltag. Die ersten berüchtigten Schlammlöcher meisterten beide Teams souverän. In der Nacht vom 29. auf den 30. Juni wartete bereits die legendäre Night Stage. Für den Neuling im Team war dies die erste Rallye als Navigator. Schnell musste er feststellen, dass Offroad-Rallyes alles andere als gemütlich sind. Die zahlreichen Schläge, Sprünge und Schrägfahrten sorgten dafür, dass er sich sein Abendessen noch einmal gründlich „durch den Kopf gehen ließ“. Eine Erfahrung, die wohl viele Rallye-Neulinge irgendwann machen.
Kaum war die Nacht überstanden, ging es am 30. Juni bereits gegen Mittag mit LEG 2 weiter. Schlaf war Mangelware, Konzentration dagegen wichtiger denn je.
Am 1. Juli stand in den frühen Morgenstunden LEG 3 auf dem Programm. Direkt im Anschluss musste das komplette Fahrerlager abgebaut werden. Die Rallye zog rund 300 Kilometer weiter nach Żagań, wo der zweite Teil der Rallye Breslau ausgetragen wurde. Während der Großteil des Teams das Camp verlegte, machte sich Steffen auf den Weg nach Görlitz, um dringend benötigte Lager für die Kardanwelle des Mercedes Actros zu besorgen. Auch solche spontanen Reparaturaktionen gehören bei einer Rallye einfach dazu.
Der 2. Juli begann mit Schrauberarbeit. Vor dem Start von LEG 4 wurden am Actros noch schnell die Riemen gewechselt und einige kleinere Schäden behoben. Während der Etappe traf es dann erneut das Team WW100. Plötzlich fiel die komplette Stromversorgung des Fahrzeugs aus. Eine Weiterfahrt war unmöglich und der Lkw wurde mit vereinten Kräften noch auf der Strecke repariert. Nach kürzester Zeit konnte ohne Probleme weitergefahren werden. Am selben Abend wartete mit LEG 5 bereits die nächste Wertungsprüfung.
Am 3. Juli standen schließlich die beiden letzten Etappen der Rallye auf dem Programm. Jetzt hieß es noch einmal: volle Konzentration bis zum Schluss. Ein großer Vorteil war, dass beide Teams in diesem Jahr in den großen Schlammlöchern keine anderen Fahrzeuge bergen mussten. Dadurch ging keine wertvolle Zeit verloren. In der letzten Runde musste das Team SOK Hornet jedoch noch einmal bangen: Am Mercedes Actros fiel der Turbolader aus, wodurch dem Lkw deutlich Leistung fehlte. Trotz des technischen Defekts kämpfte sich das Team bis ins Ziel. Dank des bereits herausgefahrenen Vorsprungs reichte die Zeit dennoch aus, um den Klassensieg souverän nach Hause zu fahren.
Gegen 18 Uhr war es schließlich geschafft.
Unter dem Zielbogen rollten beide Trucks ins Ziel – erschöpft, voller Schlamm und mit Tränen der Freude in den Augen. Nach Tagen voller Staub, Sand, Schlamm, schlafloser Nächte und unzähliger Reparaturen hatte sich jeder einzelne Kilometer gelohnt.
Das Ergebnis spricht für sich:
* Team SOK Hornet gewann die Klasse Extreme Big Truck und sicherte sich den 1. Platz.
* Team WW100 erreichte in der Klasse Extreme Truck Small einen hervorragenden 7. Platz.
Die Rallye Breslau 2026 hat einmal mehr gezeigt, dass Motorsport weit mehr ist als Geschwindigkeit. Es sind Teamgeist, gegenseitige Unterstützung, Improvisationstalent und der unbedingte Wille, niemals aufzugeben, die am Ende über Erfolg oder Misserfolg entscheiden.
Für Team SOK Hornet war diese Rallye weit mehr als nur ein Rennen. Sie war ein Abenteuer voller Herausforderungen, harter Arbeit, unvergesslicher Erlebnisse und großer Emotionen – gekrönt vom Klassensieg für Team SOK Hornet und einem starken Ergebnis für Team WW100.