20/10/2026
Adolph von Henselt – von Franken an den russischen Zarenhof
Seid mir bitte nicht böse, dass ich in den vergangenen Wochen leider nicht wirklich dazu gekommen bin, eine „Persönlichkeit der Woche“ vorzustellen. Ich habe zwar schon an den ein oder anderen Persönlichkeiten etwas gearbeitet, habe jedoch leider nicht alle Recherchen komplett abgeschlossen. Über weitere Vorschläge freue ich mich nach wie vor!
Umso mehr freue ich mich jedoch auch, dass ich Euch heute mal wieder eine „Persönlichkeit der Woche“ vorstellen darf. Dabei geht es heute um „Adolph von Henselt“.
Der 1814 in Schwabach geborene Adolph von Henselt (1814–1889) machte sich als herausragender Pianist einen Namen und erlangte eine Bekanntheit, die ihn auf eine Stufe mit Größen wie Chopin und Liszt stellte. Sein Lebensweg führte ihn 1838 nach Sankt Petersburg, wo er als Hofpianist der Zarenfamilie tätig war und unter anderem den späteren Zaren Alexander II. musikalisch ausbildete. Sein Einfluss auf die Entwicklung der russischen Klavierkunst war beträchtlich. Eine bemerkenswerte Besonderheit: Um auch unterwegs nicht auf sein tägliches Training verzichten zu müssen - so sagt man - nahm Henselt auf ausgedehnten Kutschreisen eine lautlose Übungsklaviatur mit. So konnte er selbst während der Fahrt seine Fingertechnik verfeinern und eigenständig fördern.
Ein gebürtiger Franke, der das Musikleben nicht nur im Russischen Kaiserreich nachhaltig mitgestaltete!
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Nochmals die kurze Erklärung zu dieser Reihe: Bei der „Persönlichkeit der Woche“ geht es um Protagonisten, die einen starken bzw. direkten Bezug zu Franken haben. Dies kann bspw. aufgrund des persönlichen Handels, des Einflusses und Wirkungsfeldes oder natürlich auch aufgrund des Geburtsortes und vieler weiterer Attribute gegeben sein. Ob diese dabei in „gutem oder schlechtem Licht“ stehen, soll der Betrachter selbst entscheiden und gerne auch begründen.
Mir geht es bei dieser Reihe darum, die verschiedensten Menschen aus den unterschiedlichsten Epochen darzustellen, auch wenn diese noch so umstritten sein mögen. Die Hauptsache ist, dass sie einen (prägenden) Frankenbezug jeglicher Art besitzen. Auf diese Weise können wir vielleicht auch ein bisschen aus Franken hinausschauen bzw. verdeutlichen, inwiefern wir als Franken Einfluss auf die Welt haben, die Welt aber gleichermaßen Einfluss auf unser schönes Frankenland hat. Ich finde, dass man im direkten Austausch und der Gegenüberstellung von Argumenten in einer gesitteten Diskussion am meisten lernt.