25/07/2026
Manchmal muss ein Unternehmer Entscheidungen treffen, die das Herz schwer machen.
Heute ist so ein Tag.
Mein Unternehmerherz und meine Seele schmerzen, denn wir haben unseren Fuhrpark um drei Fahrzeuge verkleinert. Für viele mag das nur eine Zahl sein – für mich steckt hinter jedem Fahrzeug Verantwortung, harte Arbeit, Erinnerungen und ein Stück unserer gemeinsamen Geschichte.
Diese Entscheidung ist nicht aus Schwäche entstanden, sondern aus den Realitäten, mit denen wir seit Jahren kämpfen.
Der Verlust eines guten Freundes, Disponenten und Geschäftspartners hat eine Lücke hinterlassen, die sich nicht schließen lässt. Gleichzeitig wird es immer schwieriger, engagierte Fahrerinnen, Fahrer und Mitarbeitende zu finden. Nicht nur unsere Branche steht vor diesem Problem – wir spüren die Auswirkungen jeden Tag.
Hinzu kommt eine wirtschaftliche Lage, die immer schwerer planbar wird. Die Auftragslage schwankt stärker als je zuvor, Frachtraten stehen unter Druck und gleichzeitig steigen die Kosten unaufhörlich. Kraftstoffpreise und Mautkosten belasten uns enorm. Als Unternehmer trägt man Verantwortung – für das Unternehmen, für die Mitarbeiter und ihre Familien. Irgendwann muss man Entscheidungen treffen, die wirtschaftlich vernünftig sind, auch wenn sie einem persönlich das Herz brechen.
Dazu kommt eine Bürokratie, die uns immer mehr Zeit und Kraft kostet. Die Beantragung der BALM-Förderung (De-minimis) wird von Jahr zu Jahr schwieriger. Serverausfälle, lange Wartezeiten, Unsicherheit über die Bewilligung und ein ständiges Hin und Her – so stellt man sich keine Unterstützung für den Mittelstand vor.
Was mich jedoch am meisten bewegt, ist die fehlende Wertschätzung für unsere Branche.
Unsere Fahrerinnen und Fahrer sorgen jeden Tag dafür, dass Supermärkte, Unternehmen und Betriebe versorgt werden. Trotzdem erleben sie an manchen Be- und Entladestellen Respektlosigkeit, lange Wartezeiten und Bedingungen, die eines so wichtigen Berufs nicht würdig sind.
Zu wenige Lkw-Parkplätze, überteuerte Parkgebühren sowie fehlende oder verschmutzte Toiletten und Duschen gehören leider viel zu oft zum Alltag – und vielerorts muss dafür sogar noch bezahlt werden.
Seit Jahren hoffen wir auf Veränderungen. Seit Jahren wird darüber gesprochen. Doch wann passiert wirklich etwas? Erst dann, wenn es zu spät ist?
Ich wünsche mir, dass dieser Beitrag nicht als Jammern verstanden wird.
Ich wünsche mir vielmehr, dass er zum Nachdenken anregt. Hinter jedem Lkw steht ein Mensch. Hinter jedem Transportunternehmen stehen Familien, Verantwortung und Entscheidungen, die oft niemand sieht.
Wir haben uns bewusst für diesen Schritt entschieden, um unser Unternehmen gesund und zukunftsfähig aufzustellen. Denn manchmal bedeutet weniger nicht aufzugeben – manchmal bedeutet weniger, Verantwortung zu übernehmen.
Wir glauben weiterhin an unsere Branche. Aber sie braucht endlich mehr Wertschätzung, weniger Bürokratie und bessere Rahmenbedingungen.
Ein großes DANKE geht an mein gesamtes Team. Danke für euren täglichen Einsatz, eure Loyalität und euren Zusammenhalt – gerade in Zeiten, die alles andere als einfach sind.
Danke auch an unsere Kunden und Geschäftspartner, die unsere Arbeit schätzen und uns ihr Vertrauen schenken.
Wir bleiben. Wir kämpfen weiter. Etwas kleiner – aber mit demselben Herzblut, derselben Leidenschaft und demselben Willen.
Euer Team KRAFT. ❤️🚛