28/09/2025
Rundreise durch Südholland, Utrecht und Amsterdam
Eine abwechslungsreiche Bootsrunde durch Südholland – von der Großstadt bis zum malerischen Dörfchen, von Sumpflandschaften bis zu Villen mit Parks. Etwa 160 km voller Kontraste und Erlebnisse.
Start in Weesp
Vom IJsselmeer bzw. den Randmeeren kommend, führt der Weg über Muiden und die Vecht nach Weesp. Das charmante Städtchen mit Marinas und hübschen Liegeplätzen in der Altstadt ist ein idealer, wenn auch nicht einziger Startpunkt für die Rundreise.
(Achtung: Ab Mai 2025 kosten Liegeplätze in Weesp pro Boot, unabhängig von der Länge, satte 33 €!)
1. Tag – 6 km
Nach der Querung des Amsterdam-Rijn-Kanaals geht es über die Weespertrekvaart Richtung Amsterdam. In Diemen, nach nur 6 km, wartet ein großer und bequemer Gratisanleger – von hier erreicht man die City bequem per Straßenbahn.
2. Tag – 20 km
Auf der Amstel geht es „zu Berg“ – wenn man hier überhaupt von „Berg“ sprechen kann. Am Ufer wechseln sich Hausboote, Parks und Villen ab, die Skyline des modernen Südens von Amsterdam verlässt uns schon bald. Nach rund 20 km liegt Uithoorn: eine angenehme Marina direkt an der Kade, dazu ein Gratisliegeplatz (2 Stunden) gleich nach der Brücke. Zum Übernachten empfiehlt sich ein ruhiger Gratisplatz ohne Landgang wenige hundert Meter weiter, nach der Abzweigung in die Kromme Mijdrecht.
3. Tag – 20 km
Die Kromme Mijdrecht macht ihrem Namen alle Ehre: krumm, idyllisch und wunderschön. Entlang des Ufers finden sich einige Gratisliegestellen. Obwohl der Fluss schmal wirkt, ist er gut befahrbar – auf den 11 km bis Woerdense Verlaat begegnet man gelegentlich Berufsschifffahrt zum Kieswerk.
Ab hier wird es enger und idyllischer. Nach ein paar Kurven erreicht man eine kleine, bediente Schleuse 5.1m breit). Dahinter schlängelt sich die Grecht durch eine traumhafte Sumpflandschaft, mit einem Gratis-Übernachtungsplatz nach etwa 3 km. Weitere 5 km später liegt der Oude Rijn mit dem hübschen Städtchen Woerden. In der Zufahrt gibt es zwei Gratisliegeplätze, im alten Stadtgraben zahlreiche bequeme Gemeindeliegeplätze mit Wasser und Strom.
4. Tag – 25 km
Über den Oude Rijn zu Tal gelangt man nach 19 km nach Alphen. Unterwegs liegen einige ausgeschilderte Gratisliegestellen. Wer die Stadt besuchen möchte, findet nach den beiden selten geöffneten Stadtbrücken mit etwas Glück einen Tagesliegeplatz direkt danach. Sicherer ist es, rechtsufrig vor den Brücken festzumachen (kein Verbotsschild).
Danach geht die paar 100m wieder zurück und auf dem Gouwe weiter – einem eher langweiligen Großschifffahrtskanal mit wenig Verkehr, Richtung Gouda. Nach 5 km bietet Boskoop vor der Brücke bequeme Gratisliegeplätze.
5. Tag – 13 km
Nach 10 km erreicht man die lebendige Stadt Gouda. In der Innenstadt gibt es kostenpflichtige Liegeplätze, allerdings mit Wartezeiten an Brücken und den beiden Schleusen. Einfacher ist die Umfahrung außen herum: Durch die große Schleuse in die tideabhängige Hollandsche IJssel (ca. 1 m Tidenhub). Kurz nach der ersten Schleuse findet man linksufrig an einer Grasböschung angenehme Gratisliegeplätze, mit einem Lidl hinter dem Deich und der Stadt in nur 2 km fußläufiger Entfernung.
6. + 7. Tag – 40 km
Die Hollandsche IJssel zu Berg führt durch hübsche Städtchen bis fast nach Utrecht. In Oudewater, Montfoort, IJsselstein und Nieuwegein gibt es attraktive Gratisliegeplätze, dazwischen nur wenige Marinas und Charterbasen.
Utrecht
Die südliche Einfahrt in Utrecht ist durch eine gerade Brücke auf 3,15 m limitiert (nicht wie offiziell angegeben 3,20 m). Dahinter öffnet sich eine der spektakulärsten Stadtdurchfahrten: eng, mit tunnelartigen Brücken und viel Gegenverkehr. Ein Abenteuer – aber nicht jedermanns Sache! Vor der niedrigen Brücke gibt es einen Gratis-Tagesliegeplatz, perfekt für einen Stadtbesuch.
Alternativ biegt man links in den Umfahrungskanal ab: Hier liegen teure, aber schöne städtische Liegeplätze (über 40 € für 12 m). Auf diesem Kanal ist eine Umfahrung der Stadt bis max. 2,50 m Höhe möglich. Wer höher ist, muss den Umweg über 10 km holprigen Amsterdam-Rijn-Kanaal nehmen. Dort herrscht entweder kaum Verkehr oder man kämpft mit unangenehmen Wellen der Berufsschifffahrt.
Mein Tipp: Ab IJsselstein oder Nieuwegein mit dem Tram in die Stadt fahren – stressfrei und unkompliziert.?
8. + 9. Tag – 38 km
Nach Utrecht oder nach der Umfahrung in Maarssen beginnt das große Finale: die Utrechtsche Vecht. Der Fluss schlängelt sich durch parkartige Landschaften mit Villen, Schlössern und hübschen Städtchen – ein Highlight der Tour. In Nederhorst wartet eine lange, schöne Gratisliegestelle für über 50 Boote. Im August voll, Mitte September fast leer! Entlang der Vecht gibt es zudem zahlreiche kostenpflichtige Plätze, die per AanUit-App gebucht werden können. Nach den letzten 13 km erreicht man wieder Weesp.?
Fazit
Eine Woche reicht – zwei Wochen sind besser. Auf 160 km erlebt man Großstädte und malerische Dörfer, Sumpfgebiete und Parklandschaften mit Villen. Die Vielseitigkeit und der Erlebnisfaktor sind kaum zu übertreffen.
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Hinweis: Amsterdam und Utrecht sind im Sommer oft überlaufen. Das zeigt sich nicht nur in horrenden Liegeplatzgebühren, sondern auch in langen Wartezeiten an Brücken, besonders auf der Vecht. Da kann man schon mal eine Stunde mit 20–30 Booten und laufenden Motoren warten, obwohl auf der Brücje kaum Verkehr ist. Entspannter und schöner wird es ab Mitte September.
Nützliche Infos
Gesamtlänge: ca. 160 km
Höhe (außer Utrecht): ca. 4,5 m
Durchfahrtshöhe Utrecht: 3,15 m
Breite: 5,1 m
Tiefgang: 1,7 m
Schleusen: 8–9
Noch keine Vignette für Amsterdam erforderlich.
Bootsvermieter: LeBoat, Nicols, Stahlboote (Hollandsche IJssel)