Jonathan Basel

Jonathan Basel Unterwegs auf Europas Wasserstrassen
Reiseberichte von Donau, Main, Lahn, Rhein, Götakanal, Oder, Havel, Elbe und diversen Kanälen. Alle Angaben ohne Gewähr.

Unsere Liegeplätze/Ankerplätze und die von uns gemessenen Fliessgeschwindigkeiten der Flüsse.

Canal de Briare – Vier Jahrhunderte WasserstraßengeschichteDer Canal de Briare verbindet die Seine mit der Loire und ist...
15/03/2026

Canal de Briare – Vier Jahrhunderte Wasserstraßengeschichte

Der Canal de Briare verbindet die Seine mit der Loire und ist einer der ältesten künstlichen Kanäle Europas. In seiner langen Geschichte hat er drei völlig verschiedene Epochen durchlebt.

1. Die ursprüngliche Trasse (ab 1604)
Auf Befehl von König Heinrich IV. begann der Bau im Jahr 1604 – der Canal de Briare gilt damit als erster Scheitelkanal Europas, der erstmals eine Wasserscheide überwand. Fertiggestellt wurde er 1642 unter Ludwig XIII. Die rund 54 km lange Strecke führte von Briare an der Loire bis nach Montargis in Richtung Seine. Die Schleusen wurden nach dem damaligen königlichen Standardmaß gebaut: ca. 33,0 m × 5,2 m, mit insgesamt über 40 Schleusen – für die damalige Zeit ein technisches Meisterwerk.

2. Das Freycinet-Maß und die Flussquerung (ab 1879)
Im Jahr 1879 verabschiedete die französische Regierung unter Verkehrsminister Charles de Freycinet den Plan Freycinet zur Vereinheitlichung des gesamten Wasserstraßennetzes. Das neue Standardmaß schrieb Schleusenkammern von ca. 38,5 m × 5,2 m bei einer Tiefe von 2,2 m vor. Im Zuge dieser Reform wurde der Kanalverkehr über den natürlichen Flusslauf der Loire geleitet – eine gefährliche Lösung, denn der unberechenbare Pegel der Loire sorgte regelmäßig für Unterbrechungen durch Hochwasser und Untiefen.

3. Der Pont-Canal – die große Brücke (ab 1896)
Die endgültige und elegante Lösung kam mit dem Bau des Pont-Canal de Briare, entworfen von den Ingenieuren des Unternehmens Gustave Eiffels. Gebaut von 1890 bis 1896 und am 16. September 1896 eingeweiht, überspannt diese beeindruckende Konstruktion die Loire auf einer Länge von 662,69 m. Das Herzstück ist ein offener Stahltrog, in dem das Wasser – und die Boote – hoch über dem Fluss geführt werden. Der Trog ruht auf gemauerten Pfeilern und gusseisernen Bögen. Damit war sie damals die längste Kanalbrücke der Welt, und das Erlebnis für Schiffer ist bis heute einzigartig: Man fährt in einem Kanal buchstäblich durch die Luft, hoch über der Loire.

Hast du den Canal de Briare oder den Pont-Canal schon einmal besucht? Schreib es in die Kommentare!

Da wir mit unserer Jonathan mit 3,10 m etwas zu hoch für diesen geschichtsträchtigen Kanal sind, mussten wir den Canal d...
12/03/2026

Da wir mit unserer Jonathan mit 3,10 m etwas zu hoch für diesen geschichtsträchtigen Kanal sind, mussten wir den Canal du Nivernais heute leider vom Land aus erkunden.

Fast ausgetrocknet und still lag er vor uns – ein schmaler Wasserstreifen voller Geschichte. Nur ein halbes Dutzend Männer in Arbeitskleidung war eifrig damit beschäftigt, ihn für die neue Saison ab dem 1. April wieder zum Leben zu erwecken.

Der Kanal schlängelt sich wildromantisch – oder, je nach Stimmung, lieblich-schön – durch die hügelige Landschaft zwischen dem Canal latéral à la Loire bei Decize und der Yonne bei Auxerre im Burgund.

Anders als die meisten französischen Kanäle nach Freycinet-Maß, ist seine maximale Durchfahrtshöhe mit 2,50 m angegeben. Laut einem freundlichen Kanalmitarbeiter sind aber nur wenige Brücken wirklich so niedrig. Für uns hätten sie den Wasserstand zwischen zwei Schleusen um rund 20 cm absenken können, sodass sogar eine Durchfahrtshöhe von 2,70 m erreichbar gewesen wäre – aber es hätte ja trotzdem nicht gereicht.

Ein Blick in die Geschichte:
Der Canal du Nivernais wurde Ende des 18. Jahrhunderts erbaut, um das begehrte Brennholz aus den Wäldern des Morvan nach Paris zu transportieren.

Baubeginn: 1784

Unterbrechung: Während der Französischen Revolution

Fertigstellung: 1843

Hauptzweck: Holzflößerei für die Hauptstadt.

Später wurde er zu einem der ersten Kanäle Frankreichs, die für Hausboote geöffnet wurden – ein Vorreiter des gemütlichen Wasserreisens.

Heute ist der Kanal rund 174 km lang, mit 181 Schleusen, mehreren Tunneln (darunter der Tunnel de la Collancelle) und spektakulären Abschnitten entlang der Cure bei Clamecy. Er beginnt in Auxerre auf etwa 100 m ü. M., steigt bis etwa 260 m an und fällt dann wieder auf rund 190 m ü. M. ins Loire-Tal ab.

Entlang seiner Strecke – und auf der Yonne – bieten verschiedene Vermieter ihre führerscheinfreien Hausboote an.

Der Canal du Nivernais ist ein Paradies für alle, die Entschleunigung suchen und ein kleines Abenteuer lieben: handgekurbelte Schleusen, eine imposante 16er-Schleusentreppe, drei kurze dunkle Tunnel mit Einbahnverkehr – und dazwischen pure Ruhe, grüne Natur und charmante historische Dörfer. Hier wird jede Stunde langsamer, das Wasser spiegelt den Himmel – und man versteht, warum dieser Kanal seit Jahrhunderten Reisende fasziniert.

Ein Bootsfahrer im Wohnwagen. Wenn das nur gut kommt 😳! Langsam wird es Zeit, die Bootssaison zu eröffnen, sonst hänge i...
04/03/2026

Ein Bootsfahrer im Wohnwagen. Wenn das nur gut kommt 😳! Langsam wird es Zeit, die Bootssaison zu eröffnen, sonst hänge ich noch Fender an den Wohnwagen 😅.

Irgendwann geht auch die schönste Saison zu Ende!Mit goldenen Herbsttagen auf der belgischen Maas wurden wir standesgemä...
05/11/2025

Irgendwann geht auch die schönste Saison zu Ende!

Mit goldenen Herbsttagen auf der belgischen Maas wurden wir standesgemäß verabschiedet – fast, als hätte Neptun persönlich den Hut gezogen. Nun noch zehn Tage die Blessuren der Saison pflegen, Roststellen am Ego überpinseln – und dann heißt’s: Kurs Heimat!

Über 2.500 km führte uns die diesjährige Reise – nautisch gesehen also einmal quer durch die Gemütlichkeit.

Gestartet in Meppen an der Ems, schipperten wir im Frühjahr bis nach IJlst bei Sneek. Groningen, Dokkum, Leeuwarden – alles angelaufen, brav geknipst und für „empfehlenswert" erklärt. Die legendäre Turfroute beendete den ersten Akt, bevor das Getriebe zur Kur durfte – Wellness mit Ölwechsel inklusive.

Mitte Juli wieder „alle an Deck, klar zum Ablegen!“ – und weiter ging’s auf der Amstel-Vecht-Runde. Danach gemütlich über die hübsche Linge, durch den Biesbosch (wo die Mücken den Funk übernehmen) und über Zeeland bis Vlissingen. Entlang der belgischen Küste erreichten wir in Nieuwpoort wieder Binnengewässer – endlich wieder ohne Wellengymnastik!

Belgien begeisterte uns auf ganzer Linie: Brügge zum Dahinschmelzen, die Leie zum Dahingleiten, Gent zum Verweilen – und das Sahnehäubchen: 73 Meter Aufstieg im Strepy-Thieu-Hebewerk! (Da wird selbst der Skipper ehrfürchtig still – zumindest kurz.)

Über den Canal du Centre und die Sambre gings dann auf die Maas, wo wir heute in unserem Winterhafen in Huy festgemacht haben.

Damit ist eine wundervoll erlebnisreiche Saison zu Ende gegangen. Wir sind dankbar – und ehrlich gesagt auch ein bisschen stolz –, dass wir diesmal nur geplante Reparaturen hatten.

Den schrecklich bootlosen Winter werden wir uns – wie schon die letzten – mit unserer Landyacht in wärmeren Gefilden vertreiben. Bis es wieder heißt: Leinen los zu neuen Abenteuern!

Wohin? Wodurch? Wer weiß das schon – wir lassen uns überraschen.

Euch allen wünschen wir einen kurzen und schmerzlosen Winter 🥰!

27/10/2025

Der Ascenseur funiculaire de Strépy-Thieu

Kanalbau & historische Hebewerke

Der Canal du Centre wurde ab 1879 in Belgien gebaut.
Um im Abschnitt zwischen La Louvière und Thieu eine Höhendifferenz von rund 73 Metern zu überwinden, entstanden zwischen 1888 und 1917 vier hydraulische Hebewerke und zwei Schachtschleusen.

Jedes der vier Hebewerke überwindet etwa 15–17 Meter.
Sie arbeiten mit hydraulischen Zylindern, die mit Wasser gefüllt sind – ein bis heute erstaunlich effizientes System: Der talfahrende Trog wird um etwa 20 cm höher mit Wasser gefüllt als der bergfahrende. Durch dieses minimale Ungleichgewicht senkt sich der eine Trog, während sich der andere hebt – ganz ohne zusätzliche Energiezufuhr.

Die Anlagen waren für Lastkähne der Freycinet-Klasse (39x5m) bis etwa 300 Tonnen ausgelegt.

Mit dem Aufkommen größerer Schiffe und einem europäischen Standard von 1.350 Tonnen in den 1950er- und 60er-Jahren stieß die alte Kanaltrasse jedoch an ihre Grenzen – sowohl hinsichtlich Größe als auch Effizienz.

So entstand der Plan, eine neue Kanaltrasse mit einem einzigen, modernen Hebewerk zu errichten, das die gesamte Höhendifferenz in einem Schritt überwindet.

Das neue Hebewerk Strépy-Thieu

Der Ascenseur funiculaire de Strépy-Thieu wurde ab 1982 gebaut und am 30. August 2002 in Betrieb genommen.
Er überwindet eine Höhendifferenz von 73,15 Metern zwischen Unter- und Oberkanal.

Zwei unabhängige Tröge mit jeweils 112 Metern Länge und 12 Metern Breite bewegen sich dank Gegengewichten und einem System aus zahlreichen Stahlseilen präzise und energieeffizient auf und ab.

Heute ist das Bauwerk nicht nur ein technisches Meisterwerk der Ingenieurskunst, sondern auch ein beliebtes Ausflugsziel mit Besucherzentrum und Aussichtsplattform.

Die vier historischen Hebewerke des alten Canal du Centre sind weiterhin erhalten, für die Freizeitschifffahrt geöffnet und gehören inzwischen zum UNESCO-Welterbe.

Heute nur Lift gefahren 🚤⬆️⬇️Kein Wellness, kein Shopping – heute gab’s Schiffslift! Das Schiffshebewerk Strépy-Thieu in...
24/10/2025

Heute nur Lift gefahren 🚤⬆️⬇️

Kein Wellness, kein Shopping – heute gab’s Schiffslift!

Das Schiffshebewerk Strépy-Thieu in Belgien hievt Boote ganze 73 Meter in die Höhe – Europas größter Wasseraufzug! 💪💦

Früher musste man sich durch zwei Schleusen und vier antike Hebewerke quälen, gebaut zwischen 1898 und 1917 für die alte Freycinet-Klasse (39 × 5 m). Heute gleitet man einfach ins moderne Mega-Hebewerk – Platz für Schiffe bis 110 Meter.

Natürlich haben wir auch den „Oldtimer-Wasserweg“ ausprobiert. Die alten Hebewerke laufen noch wie geschmiert (na ja, fast) und werden mit viel Liebe in Schuss gehalten.

Fazit: Ein Tag voller Auf und Ab – im wahrsten Sinne. 🚢😎

Auf der schönen Leie – eine klare Reiseempfehlung!Die Leie gehört zu unseren absoluten Lieblingsflüssen. Vom Zentrum von...
17/10/2025

Auf der schönen Leie – eine klare Reiseempfehlung!
Die Leie gehört zu unseren absoluten Lieblingsflüssen. Vom Zentrum von Gent flussaufwärts bis Deinze schlängelt sie sich idyllisch durch eine grüne Parklandschaft. Saftige Wiesen, schnatternde Gänse, elegante Villen und malerische Schlösser säumen das Ufer – wie aus einem Bilderbuch.

Ein besonderes Highlight: eine handbetriebene Zugbrücke über die einzige, schmale und dauerhaft geöffnete Schleuse. Entlang der Strecke gibt es außerdem drei bequeme kostenlose Liegeplätze, in Sint Marten, bei der Schleuse und in Deinze.

Wer Natur, Ruhe und Charme liebt, wird die Leie sofort ins Herz schließen.

Rundreise durch Südholland, Utrecht und AmsterdamEine abwechslungsreiche Bootsrunde durch Südholland – von der Großstadt...
28/09/2025

Rundreise durch Südholland, Utrecht und Amsterdam

Eine abwechslungsreiche Bootsrunde durch Südholland – von der Großstadt bis zum malerischen Dörfchen, von Sumpflandschaften bis zu Villen mit Parks. Etwa 160 km voller Kontraste und Erlebnisse.

Start in Weesp
Vom IJsselmeer bzw. den Randmeeren kommend, führt der Weg über Muiden und die Vecht nach Weesp. Das charmante Städtchen mit Marinas und hübschen Liegeplätzen in der Altstadt ist ein idealer, wenn auch nicht einziger Startpunkt für die Rundreise.
(Achtung: Ab Mai 2025 kosten Liegeplätze in Weesp pro Boot, unabhängig von der Länge, satte 33 €!)

1. Tag – 6 km
Nach der Querung des Amsterdam-Rijn-Kanaals geht es über die Weespertrekvaart Richtung Amsterdam. In Diemen, nach nur 6 km, wartet ein großer und bequemer Gratisanleger – von hier erreicht man die City bequem per Straßenbahn.

2. Tag – 20 km
Auf der Amstel geht es „zu Berg“ – wenn man hier überhaupt von „Berg“ sprechen kann. Am Ufer wechseln sich Hausboote, Parks und Villen ab, die Skyline des modernen Südens von Amsterdam verlässt uns schon bald. Nach rund 20 km liegt Uithoorn: eine angenehme Marina direkt an der Kade, dazu ein Gratisliegeplatz (2 Stunden) gleich nach der Brücke. Zum Übernachten empfiehlt sich ein ruhiger Gratisplatz ohne Landgang wenige hundert Meter weiter, nach der Abzweigung in die Kromme Mijdrecht.

3. Tag – 20 km
Die Kromme Mijdrecht macht ihrem Namen alle Ehre: krumm, idyllisch und wunderschön. Entlang des Ufers finden sich einige Gratisliegestellen. Obwohl der Fluss schmal wirkt, ist er gut befahrbar – auf den 11 km bis Woerdense Verlaat begegnet man gelegentlich Berufsschifffahrt zum Kieswerk.
Ab hier wird es enger und idyllischer. Nach ein paar Kurven erreicht man eine kleine, bediente Schleuse 5.1m breit). Dahinter schlängelt sich die Grecht durch eine traumhafte Sumpflandschaft, mit einem Gratis-Übernachtungsplatz nach etwa 3 km. Weitere 5 km später liegt der Oude Rijn mit dem hübschen Städtchen Woerden. In der Zufahrt gibt es zwei Gratisliegeplätze, im alten Stadtgraben zahlreiche bequeme Gemeindeliegeplätze mit Wasser und Strom.

4. Tag – 25 km
Über den Oude Rijn zu Tal gelangt man nach 19 km nach Alphen. Unterwegs liegen einige ausgeschilderte Gratisliegestellen. Wer die Stadt besuchen möchte, findet nach den beiden selten geöffneten Stadtbrücken mit etwas Glück einen Tagesliegeplatz direkt danach. Sicherer ist es, rechtsufrig vor den Brücken festzumachen (kein Verbotsschild).
Danach geht die paar 100m wieder zurück und auf dem Gouwe weiter – einem eher langweiligen Großschifffahrtskanal mit wenig Verkehr, Richtung Gouda. Nach 5 km bietet Boskoop vor der Brücke bequeme Gratisliegeplätze.

5. Tag – 13 km
Nach 10 km erreicht man die lebendige Stadt Gouda. In der Innenstadt gibt es kostenpflichtige Liegeplätze, allerdings mit Wartezeiten an Brücken und den beiden Schleusen. Einfacher ist die Umfahrung außen herum: Durch die große Schleuse in die tideabhängige Hollandsche IJssel (ca. 1 m Tidenhub). Kurz nach der ersten Schleuse findet man linksufrig an einer Grasböschung angenehme Gratisliegeplätze, mit einem Lidl hinter dem Deich und der Stadt in nur 2 km fußläufiger Entfernung.

6. + 7. Tag – 40 km
Die Hollandsche IJssel zu Berg führt durch hübsche Städtchen bis fast nach Utrecht. In Oudewater, Montfoort, IJsselstein und Nieuwegein gibt es attraktive Gratisliegeplätze, dazwischen nur wenige Marinas und Charterbasen.

Utrecht
Die südliche Einfahrt in Utrecht ist durch eine gerade Brücke auf 3,15 m limitiert (nicht wie offiziell angegeben 3,20 m). Dahinter öffnet sich eine der spektakulärsten Stadtdurchfahrten: eng, mit tunnelartigen Brücken und viel Gegenverkehr. Ein Abenteuer – aber nicht jedermanns Sache! Vor der niedrigen Brücke gibt es einen Gratis-Tagesliegeplatz, perfekt für einen Stadtbesuch.

Alternativ biegt man links in den Umfahrungskanal ab: Hier liegen teure, aber schöne städtische Liegeplätze (über 40 € für 12 m). Auf diesem Kanal ist eine Umfahrung der Stadt bis max. 2,50 m Höhe möglich. Wer höher ist, muss den Umweg über 10 km holprigen Amsterdam-Rijn-Kanaal nehmen. Dort herrscht entweder kaum Verkehr oder man kämpft mit unangenehmen Wellen der Berufsschifffahrt.

Mein Tipp: Ab IJsselstein oder Nieuwegein mit dem Tram in die Stadt fahren – stressfrei und unkompliziert.?

8. + 9. Tag – 38 km
Nach Utrecht oder nach der Umfahrung in Maarssen beginnt das große Finale: die Utrechtsche Vecht. Der Fluss schlängelt sich durch parkartige Landschaften mit Villen, Schlössern und hübschen Städtchen – ein Highlight der Tour. In Nederhorst wartet eine lange, schöne Gratisliegestelle für über 50 Boote. Im August voll, Mitte September fast leer! Entlang der Vecht gibt es zudem zahlreiche kostenpflichtige Plätze, die per AanUit-App gebucht werden können. Nach den letzten 13 km erreicht man wieder Weesp.?

Fazit
Eine Woche reicht – zwei Wochen sind besser. Auf 160 km erlebt man Großstädte und malerische Dörfer, Sumpfgebiete und Parklandschaften mit Villen. Die Vielseitigkeit und der Erlebnisfaktor sind kaum zu übertreffen.
?
Hinweis: Amsterdam und Utrecht sind im Sommer oft überlaufen. Das zeigt sich nicht nur in horrenden Liegeplatzgebühren, sondern auch in langen Wartezeiten an Brücken, besonders auf der Vecht. Da kann man schon mal eine Stunde mit 20–30 Booten und laufenden Motoren warten, obwohl auf der Brücje kaum Verkehr ist. Entspannter und schöner wird es ab Mitte September.

Nützliche Infos
Gesamtlänge: ca. 160 km
Höhe (außer Utrecht): ca. 4,5 m
Durchfahrtshöhe Utrecht: 3,15 m
Breite: 5,1 m
Tiefgang: 1,7 m
Schleusen: 8–9
Noch keine Vignette für Amsterdam erforderlich.
Bootsvermieter: LeBoat, Nicols, Stahlboote (Hollandsche IJssel)

Unser jähes Ende auf der Linge (NL)Oberhalb von Geldermalsen war für uns Schluss: Ein merkwürdiger „Treibgutfänger“ vers...
13/09/2025

Unser jähes Ende auf der Linge (NL)

Oberhalb von Geldermalsen war für uns Schluss: Ein merkwürdiger „Treibgutfänger“ versperrt dort die Weiterfahrt. Nur kleine Boote bis 8 × 3 m kommen noch ein Stück weiter – etwa einen Kilometer auf der Linge selbst und noch ein paar Kilometer auf dem winzigen Nebenflüsschen De Korne bis nach Buren.

Dabei hat die Linge eigentlich einen viel längeren Weg hinter sich. Laut Google Maps „entspringt“ sie unweit von Arnheim aus dem Pannerdensch Kanaal, quert später sogar den Amsterdam-Rijn-Kanaal und ist erst auf den letzten gut 40 Kilometern wirklich schiffbar.

Genau dieser Teil ist aber ein kleines Paradies: leicht zu befahren, idyllisch, mit viel Natur, hübschen Städtchen und endlosen Obstplantagen an den Ufern.

Liegeplätze gibt es zwar ein paar, doch wie so oft überteuert. Die in den Karten eingezeichneten Gratisplätze? Fast alle verschwunden – entweder abgebaut, inzwischen verboten, nur noch für Tagesbesucher freigegeben oder plötzlich kostenpflichtig. Ein bisschen typisch „geldige“ Niederländer 😅.

Trotzdem haben wir unsere Fahrt auf der Linge sehr genossen. Und wenn es keinen offiziellen Platz gab, haben wir eben kreativ festgemacht – an einem rostigen Nagel oder mit unserem eigenen Erdanker.

5,5 Meter unter Null 😳In Holland macht man nix normal. Während andere Länder froh sind, wenn sie über dem Meer bleiben, ...
03/09/2025

5,5 Meter unter Null 😳
In Holland macht man nix normal. Während andere Länder froh sind, wenn sie über dem Meer bleiben, graben die Niederländer lieber 5,5 m runter – und bauen dort unten noch einen Kanal. Klar doch, warum auch nicht? Hallooo?

Die wilde Fahrt
Vom IJsselmeer geht’s ab in die Friese Sluis Richtung Noordoostpolder. Normalerweise plätschert man hier in Schleusen im Milimeterbereich rauf oder runter – fast wie ein schlecht eingestellter Wasserkocher. Aber diesmal? Zack: 5,5 m tiefer. (... das Meer ist ja selbst schon sowas von unten. )

Schweizer Höhenrekorde 🏔️
Als Schweizer Bergseekapitän muss ich gestehen: Ich wäre schon selig, wenn ich irgendwo einen 5,5 m hohen Berg ausmachen könnte. Sogar mit 5 m würde ich angeben: „Schau mal, ein Matterhörnli!“ Aber nein, die Holländer machen’s natürlich andersrum – runter statt rauf. Mir wird schwindlig.

Safety first 🐠🤿
Zum Glück haben wir vorsorglich die Tauchausrüstung an Bord. Man weiß ja nie…

Die Turfroute in Friesland (NL): Ein besonderer Törn mit ein paar kleinen „Aber“...Die rund 90 km lange Rundreise starte...
29/05/2025

Die Turfroute in Friesland (NL): Ein besonderer Törn mit ein paar kleinen „Aber“...

Die rund 90 km lange Rundreise startet in Akkrum, führt über Aldeboarn und Gorredijk nach Oosterwolde – und dann über Mildam und Heerenveen wieder zurück nach Akkrum. Mit dabei: sieben Schleusen, die per Muskelkraft bedient werden wollen, und eine ganze Reihe Hubbrücken. Die niedrigsten festen Brücken haben wir mit etwa 3,3 m gemessen, Schleusen und Brücken sind etwas mehr als 5 m breit. Tiefgang: Am besten unter 1,30 m bleiben (1.50 m könnte an einigen Liegeplätzen zuwenig sein! ).

Die Route führt durch herrlich ruhige, grüne Natur – und an charmanten kleinen Orten vorbei. Viele Streckenabschnitte sind schnurgerade, was eine fast schon meditative Wirkung hat 😅. Überall laden kostenlose Marrekrite-Liegeplätze zum Verweilen ein. In den Dörfern gibt’s oft sogar Strom und Wasser (gegen Gebühr) – und nicht selten auch WC und Dusche.

Für die komplette Rundreise reicht eine Woche, wer es entspannter angehen will oder sich gern in den Orten umsieht, kann auch 10–14 Tage einplanen. Und wer noch nicht genug hat: Etwa 10 km südöstlich von Oosterwolde geht’s auf die Drentse Hoofdvaart Richtung Groningen oder Meppel – die Turfroute lässt sich also prima erweitern.

Das Ganze hat übrigens eine interessante Geschichte: Vor rund 25 Jahren haben engagierte Freizeitkapitäne die historische Route mit viel Eigeninitiative wieder flott gemacht – und damals konnte man mit einem Aufkleber die Strecke befahren. Heute wird der Kanal staatlich unterhalten – und das sogar kostenlos. Klingt doch perfekt, oder?

Tja, fast. Das Herzblut der alten Betreiber ist leider verloren gegangen. Zwar bemühen sich die Mitarbeiter – aber es hakt an der Kommunikation. Man wird zum Beispiel nicht darüber informiert, wenn an regionalen Feiertagen plötzlich der Betrieb ruht. Die Brücken zeigen dann nicht etwa „Doppelrot“ wie nachts – sondern stehen auf 'in Betrieb'.

Infos gibt’s nur noch auf Niederländisch, und manchmal werden Brücken schon vor der offiziellen Zeit geschlossen. Man merkt: Die Abstimmung untereinander ist ausbaufähig,

und das Personal zuweilen gar nicht auffindbar.

Unser Fazit:

Uns hat der Törn trotz allem richtig gut gefallen – aber uneingeschränkt empfehlen können wir die Turfroute leider nicht. Wer Friesland schon gut kennt, ein bisschen zeitliche Flexibilität mitbringt, sich nicht so leicht aus der Ruhe bringen lässt – und die Natur liebt – der sollte die Turfroute trotzdem unbedingt in Betracht ziehen.

Links:

👉 "Turfroute | Vaarroute | Friesland.nl" https://www.friesland.nl/de/routen/540000812/turfroute

👉 "Die Turfroute" http://www.turfroute.de

Die Alde Feanen haben uns auf unserer Reise mit der Jonathan Basel sofort begeistert. Dieses weitläufige Naturgebiet in ...
19/05/2025

Die Alde Feanen haben uns auf unserer Reise mit der Jonathan Basel sofort begeistert. Dieses weitläufige Naturgebiet in Friesland verzaubert mit einer einzigartigen Mischung aus kleinen, idyllischen Kanälen, offenen Seen und wilder, unberührter Natur.

Besonders gefallen haben uns natürlich die zahlreichen kostenlosen Liegeplätze, die oft mitten im Grünen liegen und uns das Gefühl gaben, ganz für uns zu sein. Jeden Tag konnten wir neue Ecken entdecken, ob in stillen Schilfgürteln oder an offenen Wasserflächen mit weitem Blick in den Himmel.

Die Ruhe, das viele Vogelgezwitscher und das sanfte Schaukeln des Bootes in der Nacht – all das macht die Alde Feanen für uns zu einem Lieblingsziel, das wir sicher wieder ansteuern werden.

Gut zu wissen:
Die tausenden Marrekrite-Liegeplätze in Friesland sind in mehreren Boots-Navigationsapps verzeichnet. Auch wenn es keine Pflicht mehr ist, empfiehlt es sich, die Marrekrite-Flagge für 30 € als freiwillige Spende an die Organisation zu kaufen. Damit unterstützt man den Erhalt dieser wunderbaren Plätze – und darf sie kostenlos nutzen! Die Liegeplätze befinden sich oft an besonders schönen, naturnahen Orten.

Wir nutzen derzeit folgende Apps:

Navionics: Für Wassertiefen, Routenplanung und Logaufzeichnung

Waterkaarten: Für Routing und schnelle Informationen zu Brücken (Höhe, Öffnungszeiten, Funkkanal, Telefonnummer)

Vaarkaart: Für detaillierte Infos zu Liegeplätzen – ob kostenlos, gebührenpflichtig oder mit Ausstattung

Adresse

Saint-Firmin-sur-Loire

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